Treibstoffe aus Reststoffen und biologisch nachwachsenden Rohstoffen stellen eine zunehmende Alternative zur Mineralölerzeugung von Erdölprodukten für die dezentrale energietechnische Zukunft dar. Sie sollen die fehlenden Erdölmengen der Zukunft zunehmend ersetzen. Hierzu ist eine große Menge an dazu geeigneten Stoffen notwendig, wenn die umfangreichen Fördermengen an Erdöl auch nur teilweise durch die synthetische Treibstofferzeugung ersetzt werden sollen. Diese Stoffe finden sich in nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz und Pflanzen, aber auch in den Abfallprodukten unserer Zivilisation, wie Kunststoffen, Tier- und Pflanzenabfällen, Altölen und anderen organischen Reststoffen, die wir daher wegen ihrer energetischen Verwertbarkeit mit gutem Grund auch als Wertstoffe bezeichnen können. Zudem ist auch noch ein hoher Wirkungsgrad erforderlich, d.h. die in den Reststoffen enthaltenen Kohlenwasserstoffe müssen relativ vollständig als Treibstoff gewonnen werden, wenn diese Produkte einen wesentlichen Beitrag zur Erdölsubstitution leisten sollen.
Die zur Zeit gebräuchlichen Recyclingverfahren, wie die Hochtemperatur-vergasung mit anschließender Fischer-Tropsch-Synthese und Gesamtwirkungs-graden von nur ca. 10%, können dies nicht leisten. Das gilt auch für die anderen bekannten Verfahren, wie die Pyrolyse, die zudem die Schadstoffe wie Halogene und Metalldämpfe nicht zurückhalten und mit durch die Anlage und somit in das Endprodukt gelangen lassen. Dort bilden diese Verfahren dann Schadstoffe wie Dioxine und andere Chlor-, Fluor- und Metallverbindungen, die aufgrund ihrer Schädlichkeit mit extrem niedrigen Grenzwerten belegt wurden.
Die Ursache dieser unbefriedigenden gegenwärtigen Situation ergibt sich aus der Grundstruktur der vorhandenen Verarbeitungsverfahren. Die Umwandlung von Reststoffen braucht bei allen bekannten Verfahren Temperaturen von 450°C und mehr. Die eigentliche Umwandlung geschieht dabei durch die Bildung von Kokskristallen, die sich ab dieser Temperatur aus den Reststoffen bilden. Diese zersetzen die in der Anlage befindlichen Kohlenwasserstoffe fast vollständig in Kokskristalle und Methan. Damit wird der Wasserstoff von den vorhandenen Kohlenwasserstoffen CH2 in das Methan CH4 und die Kokskristalle C umgelagert, d. h. aus verflüssigbaren Kohlenwasserstoffen wird der Feststoff Koks und das Gas CH4 (Methan) erzeugt. Koks und Methan können zwar weitergenutzt werden, jedoch ist die Energieausbeute ungünstig und die bei den Verfahren entstehenden Umweltbelastungen durch CO2, Dioxin und Furan sind kaum tolerierbar.
Andere Technologien, die auf alternativen Energieträgern wie z.B. Wasserstoff basieren, sind durch erforderliche Mehrfachumwandlungen (Beispiel: Elektrolyse) energetisch aufwendig, bedeuten eine wesentlich höhere CO2-Belastung oder sind, wie im Falle der Brennstoffzellen, von anderen beschränkten Ressourcen, wie z.B. Platin abhängig und noch im frühen Entwicklungsstadium.
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